Digital Detoxing - Befreien von der Handysucht

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Es hat sich in unser Leben gebrummt, geblinkt und vibriert und macht sich dort breiter, als vielen Menschen lieb ist.
Das Smartphone schafft es, ständig die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen:
Nur mal kurz schauen, was es Neues gibt. Will da jemand was von mir?
Und wo hat die Freundin eigentlich die tollen Urlaubsfotos gemacht?

Vor allem die sozialen Medien entwickeln einen Sog, dem sich viele Nutzer nicht mehr entziehen können – obwohl sie sich nach der Freiheit und Ruhe des Offline-Leben sehnen.
Zwei Drittel aller Handy-Besitzer haben schon geglaubt, das Vibrieren ihres Smartphones gespürt zu haben.
Dabei hat sich das Gerät nicht gerührt.

Das Handy verursacht Stress und es raubt Zeit und Energie, so der Eindruck vieler Nutzer.
Ärzte warnen vor Konzentrations- und Schlafstörungen.
Denn ständig lauern Ablenkungen, die uns dran hindern, uns in eine Sache zu vertiefen, die Gedanken schweifen zu lassen und auf neue Ideen zu kommen.

„Digital Detoxing" heißt die Gegenbewegung zur Handysucht.
Die „digitale Entgiftung“ ist die Entziehungskur für alle, die dem analogen Leben wieder mehr Gewicht geben wollen.

Tipps, wie Ihr Digital Detoxing gelingt

1. Smartphone-freie Zeiten

Legen Sie bestimmte Zeiten und Anlässe fest, in denen das Gerät ausgeschaltet bleibt oder in denen Sie es zuhause lassen: Beim Essen zum Beispiel oder beim Treffen mit Freunden. Wissenschaftler raten zu mehreren Auszeiten pro Tag. Wie wäre es mit einem kleinen „analogen“ Mittagsspaziergang oder kein Smartphone mehr nach 20 Uhr. Die digitalen Pausen helfen auch dem Gehirn „aufzuräumen“ und sich anschließend wieder zu fokussieren. Noch besser ist ein ganzer Tag ohne den digitalen Begleiter: Vielleicht der Sonntag oder wie im Silicon Valley der Freitag. Dort schätzt man die Smartphone-Verbannung als Hilfe für konzentriertes Arbeiten und die Entwicklung neuer Ideen. Wer sein Smartphone immer bei sich hat, wie nach einer Umfrage 85 Prozent der Nutzer, fühlt sich ohne das Gerät zunächst nackt, dann aber befreit: Das wirklich gute Leben wartet offline!

2. Kein Smartphone im Schlafzimmer

Beim Digital Detoxing leicht umzusetzen: Machen Sie Ihr Schlafzimmer zur Smartphone-freien Zone. Das blaue Licht des Bildschirms, das die Ausschüttung von Wach-Hormonen anregt, stört ohnehin den Schlaf. Ebenso der Vibrationsalarm, der oft nicht ausgestellt wird. Und Sie werden nicht mehr dazu verleitet, vom Bett aus schnell noch Nachrichten zu checken. Das Wecken kann auch ein ganz normaler Wecker übernehmen.

3. Push Benachrichtigungen ausschalten

Jedes Aufleuchten des Bildschirms zieht die Aufmerksamkeit auf sich und macht neugierig. Deshalb deaktivieren Sie die entsprechenden Funktionen. So werden Sie nicht in der Konzentration auf andere Dinge gestört. Außerdem können Sie freier entscheiden, wann sie die Neuigkeiten aus Ihrer Smartphone-Welt lesen wollen.

4. Cool bleiben und nicht gleich antworten

Der digitale Stress ist hausgemacht: Zwar erwartet nach einer Studie rund die Hälfte aller Smartphone-Nutzer von Freunden eine Antwort innerhalb weniger Minuten. Doch niemand muss auf Kurznachrichten sofort reagieren. Lassen Sie es darauf ankommen! Falls sich jemand beschwert, erklären Sie, dass Sie sich nicht unter Druck setzen lassen wollen – die Basis von Digital Detoxing.

An das Gefühl, ungelesene Nachrichten zu haben, werden Sie sich schnell gewöhnen und sich schon bald befreit fühlen.

5. Digital Detox per App

Auch wenn es sich paradox anhört: Eine Reihe von Apps kann beim Digital Detoxing unterstützen. Sie blockieren zum Beispiel für einige Zeit den Zugang zu sozialen Netzwerken oder setzen Zeitlimits für die Nutzung. Es gibt außerdem Apps, die helfen, einen Überblick über die eigene Smartphone-Nutzung zu gewinnen. Sie zeigen, wie lange und wofür der Nutzer das Smartphone in die Hand nimmt. Die Zahlen schärfen das Bewusstsein, wo die Zeitfresser stecken. Ähnliche Funktionen bietet mittlerweile auch die Smartphone-Software großer Anbieter.

6. Selber denken – analoge Alternativen

Befreien Sie sich aus der Smartphone-Abhängigkeit und entdecken Sie analoge Alternativen: den altbekannten Wecker, den Stadtplan aus Papier, den Einkaufszettel, die Armbanduhr. So bleiben Ihre grauen Zellen aktiv. Und Sie werden beim Blick auf den Bildschirm nicht verführt, schnell noch Nachrichten zu beantworten.

Außerdem warten in der realen Welt echte Gespräche und „Nahrung“ für die Sinne. Kein Katzenvideo ist so entspannend wie das Streicheln eines Kätzchens, kein Urlaubsbild riecht so gut wie eine Wiese mit frischgemähtem Gras und kein Chat bringt uns so zum Strahlen wie ein nettes Kompliment unseres Gegenübers.